Verladetraining…und damit verbundene peinliche Momente

Ein Beispiel wie Ihr alle es kennt. Ihr möchtet an einen Kurs, in die Halle oder in die Klinik und Euer Pferd lässt sich nicht verladen. Nun, was tun? Mit Futter locken, mit Longen, Besen, Gerte nachhelfen oder vielleicht zu zweit «reinschieben»? Klar, kann man alles probieren nach dem «Try & Error» Prinzip. Wäre es aber nicht toll, eine langfristige Lösung zu finden, die in jeder Situation brauchbar ist?

Wir von pferdealltag.ch bieten Dir Lösungsansätze, die aus dem Verhalten und der Denkweise des Pferdes abgeleitet sind, mit dem Ziel der Nachhaltigkeit.

Folgend ein Beispiel einer 14-jährigen Stute, die in einen anderen Stall umziehen sollte, sich aber nicht verladen liess. Die Ausgangslage war, dass sie nur zur Hälfte auf die Rampe stand und gleich wieder rausgeschossen kam.

Wie gehe ich vor? Zuerst mache ich mir ein Gesamtbild, wie der Umgang und das Verhältnis, die Bindung, zwischen Besitzer und Pferd ist. Das beginnt an der Stelle, wo der Besitzer in Richtung Pferdebox läuft und hört genau dort wieder auf. Ich lasse mir alles vom Besitzer zeigen, wie er in Richtung Hänger geht, beobachte das Pferd genaustens und achte auf seine Gesten und Signale. So kann ich beurteilen, mit was wir es zu tun haben und was für dieses Pferd der beste Weg, der beste Lösungsansatz ist. Auch dann kann es sein, dass ich dies nochmal anpasse während des Trainings. Als weitere wichtige Basis zum Beginn einer Lerneinheit ist, dass die physiologischen und psychologischen Bedürfnisse des Pferdes abgedeckt sind. Ist das nicht gegeben, starte ich kein Training.

Nach mehrmaliger, solider Basisarbeit auf dem Longierzirkel und in simulierten Hänger ähnlichen Bedingungen, gehen wir an den Hänger. Es ist wichtig Lerneinheiten zu wiederholen und das Pferd dabei nicht in einen Zustand hoher Adrenalinausschüttung zu bringen. Dies schafft Vertrauen und ist die Basis für den weiteren Aufbau. Wie viele Lerneinheiten pro Tag, wievielmal wöchentlich und wie lange wir bis zum Ziel haben, hängt vom Pferd, Besitzer und Trainingsmöglichkeiten ab. Sicher ist; einen «Quick Fix» im Verhaltenstraining gib es nicht.

Eure Rebecca Fanti vom Team Tiersinn, pferdealltag.ch

Vom Halftern und Zäumen

Hand aufs Herz; wieviele von Euch hatten schon Probleme beim Halftern oder Zäumen Eures Pferdes? Es sind eine ganze Menge. Dies beginnt schon dort, wo der Besitzer mit dem Halfter in Richtung Pferdeboxe geht. Oft läuft das Pferd direkt los auf den Paddock raus, dreht sich ab, legt die Ohren an und Weiteres. Beim Zäumen hebt es den Kopf in die hohen Lüfte rauf, so dass höchstens ein 2 Meter Mensch noch herankäme, sperrt sich gegen die Trense und andere Abwehrverhalten werden gezeigt. Ihr fühlt Euch angesprochen? Es ist mühsam?

Wir von pferdealltag.ch erarbeiten mit Euch individuelle Lösungsansätze auf Euch und Euer Pferd abgestimmt. Als Erstes machen wir eine Bestandesaufnahme und beobachten, wie die Bindung zwischen Euch und dem Pferd ist. Wir schauen, ob das Pferd psychisch und physiologisch in gutem Zustand ist, so dass wir ein Training starten können. Die Ausrüstung nehmen wir unter die Lupe und schauen, ob diese gut sitzt und zum Pferd passt.

Dann geht’s los mit der 1. Trainingseinheit mit dem Endziel des mühelosen Halfterns. Ich laufe erst Mal ohne nichts in der Hand zur Pferdeboxe und beobachte wie das Pferd reagiert. Kommt es zu mir? Ist es neugierig oder dreht es sich auch so schon ab? Nehme ich das kleinste Anzeichen von Abwehr wahr, zum Beispiel Ohren abdrehen, Lippen kräuseln, Schweif schlagen etc. wahr, bleibe ich stehen. Lasse das Pferd verarbeiten, was geschieht. Warte, bis ich spüre, dass ein weiterer Schritt möglich ist auf das Pferd zuzugehen, ohne den Stresslevel des Pferdes zu erhöhen. Leckt und kaut es, ist dies für mich die Bestätigung, dass sich Stress aufgebaut hatte, der sich wieder senkt und löst. So gehe ich Schritt für Schritt weiter, setze unter Umständen meine Stimme als Lob ein, dort wo es angebracht ist. Wichtig ist; Stimmeinsatz NICHT zum Beruhigen des Pferdes.

Ihr denkt nun das gehe zu langsam oder das dauert ewig? Na ja, wenn keine solide Basis vorhanden ist, muss zuerst daran gearbeitet werden ein solides Fundament zu erschaffen, auf welches aufgebaut werden kann. Brauchen wir danach für alles, was wir dem Pferd lernen wollen immer die gleiche Struktur und Ablauf, wird die Kommunikation zwischen Pferd und Mensch viel einfacher, verständlich und vertrauensvoll. Am Ende erreichen wir damit eine lebenslange Partnerschaft auf der Basis von Vertrauen.

Eure Rebecca Fanti vom Team Tiersinn, pferdealltag.ch