Vom Halftern und Zäumen

Hand aufs Herz; wieviele von Euch hatten schon Probleme beim Halftern oder Zäumen Eures Pferdes? Es sind eine ganze Menge. Dies beginnt schon dort, wo der Besitzer mit dem Halfter in Richtung Pferdeboxe geht. Oft läuft das Pferd direkt los auf den Paddock raus, dreht sich ab, legt die Ohren an und Weiteres. Beim Zäumen hebt es den Kopf in die hohen Lüfte rauf, so dass höchstens ein 2 Meter Mensch noch herankäme, sperrt sich gegen die Trense und andere Abwehrverhalten werden gezeigt. Ihr fühlt Euch angesprochen? Es ist mühsam?

Wir von pferdealltag.ch erarbeiten mit Euch individuelle Lösungsansätze auf Euch und Euer Pferd abgestimmt. Als Erstes machen wir eine Bestandesaufnahme und beobachten, wie die Bindung zwischen Euch und dem Pferd ist. Wir schauen, ob das Pferd psychisch und physiologisch in gutem Zustand ist, so dass wir ein Training starten können. Die Ausrüstung nehmen wir unter die Lupe und schauen, ob diese gut sitzt und zum Pferd passt.

Dann geht’s los mit der 1. Trainingseinheit mit dem Endziel des mühelosen Halfterns. Ich laufe erst Mal ohne nichts in der Hand zur Pferdeboxe und beobachte wie das Pferd reagiert. Kommt es zu mir? Ist es neugierig oder dreht es sich auch so schon ab? Nehme ich das kleinste Anzeichen von Abwehr wahr, zum Beispiel Ohren abdrehen, Lippen kräuseln, Schweif schlagen etc. wahr, bleibe ich stehen. Lasse das Pferd verarbeiten, was geschieht. Warte, bis ich spüre, dass ein weiterer Schritt möglich ist auf das Pferd zuzugehen, ohne den Stresslevel des Pferdes zu erhöhen. Leckt und kaut es, ist dies für mich die Bestätigung, dass sich Stress aufgebaut hatte, der sich wieder senkt und löst. So gehe ich Schritt für Schritt weiter, setze unter Umständen meine Stimme als Lob ein, dort wo es angebracht ist. Wichtig ist; Stimmeinsatz NICHT zum Beruhigen des Pferdes.

Ihr denkt nun das gehe zu langsam oder das dauert ewig? Na ja, wenn keine solide Basis vorhanden ist, muss zuerst daran gearbeitet werden ein solides Fundament zu erschaffen, auf welches aufgebaut werden kann. Brauchen wir danach für alles, was wir dem Pferd lernen wollen immer die gleiche Struktur und Ablauf, wird die Kommunikation zwischen Pferd und Mensch viel einfacher, verständlich und vertrauensvoll. Am Ende erreichen wir damit eine lebenslange Partnerschaft auf der Basis von Vertrauen.

Eure Rebecca Fanti vom Team Tiersinn, pferdealltag.ch

Schreiben Sie einen Kommentar